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Zahlungsverhalten die XIX

Im August klingelt während der Fahrt mein Handy. Am Apparat ein Architekt mit welchem ich schon zu tun hatte und mein befreundeter Dachdecker- und Spenglerkollege. Sie seien gerade bei einem Kunden und bräuchten meine Hilfe.
Kurz zum Fall: Fensterabdichtung auf der Wetterseite mangelhaft, an neu erbautem Holzrahmenbau (3-4 Jahre seit Rohbaustellung) Schwellholz und Pfosten teilweise bereits massiv beschädigt.
In Absprache mit Kunden, Statiker und Architekt haben wir schadhafte Stellen abgebeilt/gestemmt und wieder entsprechend ergänzt. Summasummarum ca. 2-3 Tage Arbeit, kurzfristig reingeschoben.
Rechnungsstellung vom 21. 08. 2015, bis dato unbeglichen.

Ich vermute mal der Fensterbauer stellt sich etwas quer den Mangel und die damit verbundene Regulierung anzuerkennen, obwohl es während der Ausführungszeit hieß das sei geklärt und die Versicherung involviert. Das sollte aber eigentlich nicht mein Problem sein, denn beauftragt hat ja mich der Hausbesitzer.
Jedenfalls habe ich heute mal wieder leise angefragt was mit der Bezahlung ist. Statement des Hausbesitzers:
“Mein Anwalt hat mir abgeraten weiter in Vorleistung zu gehen”.

Lieber Herr Anwalt: Die Leistung meinerseits ist erbracht. Ich hatte mit dem Schaden nichts zu tun. Wieviel Leistung erbringen Sie ohne dass vorher bereits ein Vorschuß geflossen ist?

Man muss da keine Worte mehr für finden.

Rechnungskontrolle

Lange keinen Eintrag getätigt, aber aktuell ist mal wieder ein Thema aufgekommen.
Letzte Woche habe ich in einem Fachhandwerkergeschäft mit Sitz in Künzelsau zwei Päckchen Nägel gekauft. Dazu bekam ich an der Kasse im Rahmen einer Adventsaktion eine Flasche Scheibenreiniger mit in die Tüte.
Jetzt kommt die Tage die Rechnung und “surprise surprise” ist diese von mir eigentlich nicht aktiv gewünschte Flasche Scheibenreiiniger ebenfalls mitberechnet.
Normalerweise verlasse ich mich ja bei meinen Lieferanten darauf, Rechnungen nicht noch dahingehend kontrollieren zu müssen. Aber ich weiß schon warum ich bei dieser Firma nicht mehr als gerade notwendig einkaufe.

Zahlungsmoral

Kunde spricht mich letzten Sonntag beim Abendessen beim einheimischen Winzer an, er habe mir vor paar Tagen 2000 der noch offenen Forderung überwiesen. Banklaufzeiten sind ja mittlerweile 1 AT. Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag abend immer noch kein Zahlungseingang.
Ob er jetzt einfach nur Mist erzählt oder einen Zahlendreher bei der Überweisung hatte….ich such es mir halt aus.

Beim Zahlen der Rechnung lernt man die Leute erst kennen.

Die Erben des Michalowski

Die Jugend und Kopfrechnen. Ein Erlebnis der dritten Art.
Komme beim Stadtfest mit 2 leeren Gläsern zum Ausschankstand und wollte eine wohlschmeckende Rieslingschorle wieder mitnehmen. Es entwickelte sich folgender sinngemässer Dialog:
Er: Macht 3,50 Euro
Ich: Das kann nicht sein.
Er: Doch ganz sicher 3,50 Euro.
Ich: Never ever.
Die Streitfrage wogte noch 2-3 mal hin und her bis ich folgenden Vorschlag machte.
Ich: Okay, alles auf Null. Zwei Gläser zürück.
Er: Geht klar, macht 6 Euro zurück.
Ich: (Lasse die 6 Euro auf dem Tresen liegen) Jetzt bitte eine Riesling-Schorle.
Er: Macht 6,50 Euro mit Pfand.
Ich: (Provozierend lässig 50 cent aus dem Portemonnaie holend) Kuck mal…..ich hole jetzt hier noch 50 cent heraus. Vor 3 Minuten wolltest du noch 3,50 Euro haben. Wer hat denn nun recht?

Er wollte sich immer noch nicht abfinden damit, trotz des bildhaften Vorrechnens. Schade schade, dass sich die jungen Leute so wenig mit Kopfrechnen auseinandersetzen. Sie merken gar nicht mehr wann und wie Sie sicherlich immer weider mal bei irgendeinem Einkauf oder bei sonstiger Gelegenheit beschissen werden. Ob wissentlich oder nicht sei mal dahingestellt, weil auch meinem Gesprächspartner möchte ich ja gar keine Absicht unterstellen.
Ich für meinen Teil danke immer noch meinem ehemaligen Lehrer Michalowski, der uns mit harter aber äußerst fairer Führung das Fach Mathe vermittelte und von dessen Lehre ich heute immer noch zehre.

Das Bild habe ich mir beim Rollinger entliehen, er möge mir verzeihen.

Unhaltbare Ferndiagnose

Warum lassen die Hersteller nicht uns unsere Arbeit machen und konzentrieren sich auf die Ihrige. Nein, sie müssen dem Handwerker vor Ort ins Handwerk pfuschen.
Zum Thema.
Kunde wünscht Angebot bzgl. Dachsanierung. Aufmass vor Ort gemacht, die Sache angeschaut und für Dampfbremse in SubTop Verlegung entschieden.
Grund hierfür war: Momentan ist Rollisol eingebaut, Alukaschierung vertackert und nicht verklebt. Innenseitig eine Spanplatte mit stumpfen Kanten, mit Querfugen und ohne weitere Anschlüsse unter die Sparren genagelt. Das Ganze ist ein Kehlbalkendach, die Dämmebene geht an den Kehlbalken von den Sparren weg in die Kehlbalkenebene über.
Wie gesagt, SubTop angeboten mit Mineralfaser (alternativ Holzfaser) und darauf dann noch 50 mm Holzfaser als Unterdeckung.

Heute Anruf des Kunden. Er möchte Aufdachdämmung haben. Er habe mit dem Hersteller XY telefoniert und man habe ihm gesagt 10 cm Aufdachdämmung PUR/PIR sollten genügen, Dämmung könne verbleiben, dazwischen dann eben eine Luftsperre.
Komischerweise fordert der gleiche Hersteller in allen seinen Dokumentationen selbst eine innere Bekleidung, wie sie gerade hier beim Objekt nicht vorhanden ist. Sie gehen sogar noch weiter und bieten selbst Systemlösungen mit SubTop Dampfbremse an. Ich kann da jetzt nur noch den Kopf schütteln.
Mir waren die Systemlösungen mit eingesperrter Luftdichtschicht/Dampfbremse noch nie wirklich sympathisch. Mit absperrenden Baustoffen schon zweimal nicht. Aber es wird allerorten einfach nur versucht Material zu verkaufen. Wenn irgendwann Probleme auftauchen, wird man uns als Verarbeiter schon irgendwelche Versäumnisse oder Einbaufehler nachweisen können um sich aus der Verantwortung zu stehlen.
Morgen werde ich mir den Mitarbeiter aus der Anwendungstechnik mal zur Brust nehmen. Und anschliessend den Kunden versuchen wieder auf Schiene zu bekommen. Und ob ich dann mit diesem Hersteller nochmal zusammenarbeiten möchte werde ich mir schwer überlegen. Wobei…..das wäre dann schon der zweite Hersteller von Aufdachdämmsystemen, den ich aus meinen Angeboten verbannen würde.